PrayerSpaces an Grundschule in der Eifel

Sch´ma Israel:
„Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein!
Darum sollst du den Ewigen, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen,
mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.
Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen sein.
Und du sollst sie deinen Kindern einschärfen,
und du sollst davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt
und wenn du auf dem Weg gehst, wenn du dich hinlegst und wenn du aufstehst.
5.Mose 6,4-7

Inspiriert durch das M&M vom 26.4.17 nahm der Gedanke, an der Grundschule unseres Sohnes PrayerSpaces durchzuführen, immer konkretere Form an.
Links zur Homepage Prayerspaces der SMD mit Tipps, Erfahrungsgeschichten und mit Informationen zu ausgearbeitetem Material und der regelmäßige Austausch mit Jana N. von der Schüler SMD, erleichterten die Vorbereitungen.
Obwohl ich von zahlreichen Rückmeldungen der Schüler las, kamen mir doch ab und zu Zweifel, ob die Stationen von PrayerSpaces unsere heutigen medial so verwöhnten Schüler noch beeindrucken könnten. Was tun, wenn sie es langweilig finden und Desinteresse zeigen, wenn sie nicht mitarbeiten, sich nicht drauf einlassen und stattdessen weggehen oder rumalbern?
Hinzu kamen erschwerte Bedingungen: Die Absprachen mit der Kontaktlehrerin an der Schule funktionierten nicht reibungslos, weil sie wenig Zeit hatte und sehr gestresst war. So musste ich schnell noch Rekorder und Kopfhörer und andere Utensilien selber besorgen. Dann erfuhr ich erst spät, dass alle 7 Gebetsstationen am Ende des Vormittags abgebaut werden mussten und alles wieder schön ordentlich beiseite geräumt sein musste, weil der Raum um 13 Uhr gebraucht wurde. Zuletzt sagten mir noch meine beiden geplanten Helfer ab, so dass ich an zwei Tagen die Aktionen im Gebetsraum mit den Schülern alleine managen musste.
Der Gedanke, doch letztlich das Projekt Player Spaces alleine stemmen zu müssen, ließ mich zeitweise mutlos werden und ich traute es mir eigentlich gar nicht zu. Immer wieder machte ich mir bewusst, dass der Herr ja gerade in den Schwachen mächtig ist …

Und so war es dann auch !!
Die drei Projekttage verliefen leicht und unkompliziert. Circa 160 Schüler vom 1. bis zum 4. Schuljahr suchten den Gebetsraum auf. Gott schien persönlich anwesend zu sein. Die Schüler zeigten stille Begeisterung an der Wassersäule (Bubble Tube – 1,80 cm) und großes Interesse für die Gebetskärtchen, die dort ausgelegt waren. Sie staunten bei den Schüttelgläsern und lauschten dabei sehr aufmerksam dem Bibeltext, der mit Musik unterlegt war. An allen Stationen setzten sie sich ernsthaft mit der jeweiligen Thematik auseinander, sei es Dankbarkeit, um Vergebung bitten, dem anderen verzeihen oder einfach stille werden. Viele Kinder suchten den Kontakt zu mir und öffneten sich, um von Ärger und Sorgen, oder auch von Trauer zu erzählen.
Während am Vormittag die Schüler den Gebetsraum gruppenweise besuchten, war er in der großen Pause für alle geöffnet. Daher nutzten sehr viele Kinder die Gelegenheit, um nochmal zu kommen.
Statt des befürchteten Stresses war ich erfüllt von Ruhe und stiller Freude – der Geist Gottes war spürbar da.
Die Rückmeldungen der Schüler zum PlayerSpaces waren sehr positiv. Viele Kinder waren enttäuscht, dass es nur „so kurz“ war und möchten auf jeden Fall nochmal „sowas“.
Ich bin sicher, dass Gott diese Tage genutzt hat, um möglichst viele Kinderherzen zu erreichen …
Monika L. aus NW

Mit ganzer Seele beten lernen

Letzte Woche:
Sport-ABI Nachprüfung meines Schülers – habe den Termin erst am Abend vorher erfahren – am nächsten Morgen noch schnell vorher in Schule vorbei gefahren,
um die Prüfungsunterlagen abzuholen – Stau und Umleitung – komme zu spät, Abteilungsleiter schon weg, muss warten …
Dann schnell weiter nach Karlsruhe zur Sportprüfung – wieder Stau auf der Autobahn – komme wieder zu spät … ernte ermahnende Blicke und Worte vom Vorsitzenden:
„Ohne sie können wir nicht anfangen, wo waren sie so lange …?“
Die Prüfung läuft nicht wirklich gut für meinen lange verletzten Nachprüfling. Ich bete für ihn, dass er durchhält, was er irgendwie auch tut …
Fahre zurück an Schule – wieder Stau – komme wieder zu spät in meinen Unterricht  – Lösungsbuch zu Hause vergessen – Unterricht läuft nicht so wie geplant …
Dann Nachbesprechung eines Projektes, in das ich mich mit Herzblut reingehängt hatte, aber als Feedback bleibt bei mir hängen: Ich hätte an meinem freien Tag früher da sein können, dann wäre vieles besser gelaufen  …
Ich fahre entmutigt und verärgert nach Hause und klage Jesus an:
„Jesus was hab ich nur falsch gemacht? Was war das heute. Was soll ich daraus lernen?“
Keine Antwort …

Später lese ich in meinem aktuellen Lieblingsbuch:
Ich will lernen mit ganzer Seele zu beten.
Nicht nur mit den guten und  frommen Stimmen, sondern auch mit den inneren Querulanten, den seelischen Amokläufern, Bedenkenträgern und Angsthasen in mir.
Wie oft hören wir die Stimme Gottes nicht, weil jene inneren Stimmen – unsere Ängste, Sorgen, Enttäuschungen, Ärger, Schmerzen – so viel lauter in uns sind.
Doch es wäre ein vollkommen verfehlter Weg der Seelenführung, diese Stimmen wegzudrängen, oder gar anzufahren: „Seid still! Ich will beten!“
Ich werde Gottes Stimme nur unvollkommen hören, solange ich versuche, das Schwierige und Ungute in mir zu verdrängen oder zu übertönen.
Ich werde Gottes Stimme besser hören, wenn auch meine Angst, Sorgen, Ärger, …
ein Gebet in mir werden kann.
Ich werde Gottes Stimme nur unvollkommen hören, solange noch nicht alles in mir seine Stimme bei Gott bekommen hat.
Es ist gut, wenn die ganze Vielfalt der Stimmen in uns beten darf. Die 150 Psalmen können da eine Anregung und Gebetsschulung sein.

Unser Glaube ist oft so mutlos, weil wir uns Gott nicht zumuten.
Weil wir uns Gott nicht zumuten, wie wir sind,
hören wir die ermutigende Stimme Gottes oft nicht.
Nicht nur frommer Glanz, sondern auch der Schatten meiner Seele kann lernen zu beten.

Zwei Orte sind Gott heilig, wie es bei Jesaja heißt:
„Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum
und bei dem, der zerschlagenen und gebeugten Gemütes ist, zu erquicken den Mut des Gebeugten und zu beleben das Herz des Niedergeschlagenen.“ Jesaja 57,15
(vgl. „Herztöne“ Martin Schleske, S. 161 f.)

Heilige Momente nicht verpassen

Große Aufregung wegen der Verspätung meines Zuges von Berlin nach Hause.
Ob ich den Anschlusszug in Karlsruhe spät abends noch erreiche?
Alle Ruhe ist dahin.
Dann später im Anschlusszug:
Es ging wieder mal gut, aber ich schäme mich für meine innere Unruhe und für meinen Unglauben.
Dann sprich Jesus leise zu meinem Herzen:
„Wenn du doch im unsichtbaren Leben ähnlich besorgt wärst, meine göttlichen Momente (Kairos) nicht zu verpassen! Warum bist du so aufgeregt und wenig entspannt, wenn es um nebensächliche Dinge geht, und dümpelst oft dumpf und sorglos dahin, wenn es darum geht, wachsam zu erkennen und mutig zu gehorchen, wenn sich eine göttliche Gelegenheit bietet, wenn sich ein himmlisches Zeitfenster öffnet?
Auch in unsichtbaren Dingen kannst du zu spät kommen und den Anschluss an den Willen Gottes verpassen. Es ist nicht alles zu jeder Zeit möglich.
Es gibt heilige Momente.
Verpasse sie nicht!
(vgl. „Herztöne“ von Martin Schleske, S. 160)

Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies

„Wenn wir in uns ein Bedürfnis, eine Sehnsucht entdecken,
die durch nichts in dieser Welt gestillt werden kann,
können wir dann daraus nicht schließen, dass wir für eine andere Welt erschaffen sind?“
Spurgeon

Du kannst dich von dieser Sehnsucht in dir,
diesem Hunger und Durst, dieser Lebensgier in dir irritieren lassen …
Du kannst sie aber auch dankbar annehmen, als ein Wink Gottes in deiner Seele,
als ein Versprechen, dass Gott uns eines Tages zurückführen wird in das Paradies,
in die ewige Gemeinschaft mit IHM, wo diese Sehnsucht vollkommen gestillt wird.

Die Vorfreude darauf ist berechtigt und gewollt:
„… freut euch aber, dass eure Namen im Himmel angeschrieben sind.“ Lukas 10,20

Bis dahin gilt in dieser Welt auf das Ziel hinweisend und darauf lustmachend:
„Habe deine Lust am HERRN, der wird dir geben was dein Herz begehrt.“  Psalm 37,4

Unterschied: Freier Tag – Sabbat

Der freie Tag steht am Ende der Woche
und dient der Wiederherstellung der Arbeitskraft.
Der Sabbat steht am Anfang der Woche!

Der Mensch wurde am sechsten Tag erschaffen, der Sabbat am siebten.
Was also ist das erste, was der Mensch nach seiner Erschaffung erlebt?
Er erlebt den Sabbat!
Gerade erst erschaffen – und schon hat der Mensch frei.
Dies verweist uns auf das Wesen Gottes:
Gott beginnt immer mit Gnade!
Gottes Geschichte mit dem Menschen beginnt mit dem Sabbat,
weil Gott das Werk schon getan hat.
Gott beginnt mit der Fülle, mit der Freude, mit dem Ruhen, mit dem Genuss.
Er beginnt damit, uns einen Raum anzubieten, um IHM zu begegnen.

Der Sabbat steht am Anfang.
Wir sollen aus der Fülle leben, aus der Begegnung und Interaktion mit Gott.
Wir dürfen aus der Ruhe, dem Frieden und der Freude heraus leben und dahin regelmäßig zurückkehren und im Geiste bleiben.
Darin unterscheidet sich der Sabbat fundamental vom freien Tag.
(vgl. Jörg Ahlbrecht in Aufatmen 2/17, S.41f)

Was für den Wochenrythmus gilt, kann auch auf den Einzelnen Tag übertragen werden:
Wir dürfen – wie Jesus – jeden Tag mit einer Sabbatzeit beginnen!
„und frühmorgens, …  stand Jesus auf und ging fort an einen einsamen Ort und betete dort.“ Markus 1,35