Begegnung mit „Ehemaligen“

„Hallo Herr Weber“ hörte ich es letzte Woche bei meiner Heimfahrt von der Schule rufen.
Ein junger Mann – ebenfalls mit dem Mountain Bike unterwegs – winkte mir lächelnd zu.
Ich drehte um und fuhr zu ihm hin.
„Herr Weber, kennen Sie mich noch?
Klar, das Gesicht und die Stimme des ehemaligen Schülers erkannte ich, aber sein Name wollte mir trotz einiger Stoßgebete einfach nicht mehr einfallen.
Er war vor sechs Jahren in meiner Abi-Klasse und war sichtlich erfreut mich wieder zu treffen …
Nach einigen Minuten Smalltalk über die tolle Zeit in der Schule, seine Ausbildung + Studium und unser gemeinsames Hobby Fitness, stelle ich ihm meine obligatorische Frage an Ehemalige, die ich „zufällig“ treffe:
„Weißt du noch, was ich dir damals über Jesus erzählt habe?“
Ich wusste es nicht mehr, aber er schon :-)
Er meinte, er wäre damals noch zu unreif gewesen, um über solch wichtige Themen nachzudenken, aber durch eine Beziehung zu einem frommen Mädchen hätte er sich jetzt dem Thema Glaube/Gott geöffnet.
Wir tauschten unsere Email-Adressen aus und schon am nächsten Tag bekam ich ein Mail von ihm, ob ich Zeit hätte, mich mit ihm und einem weiteren ehemaligen Klassenkameraden für ein „tiefsinniges“ Gespräch zu treffen…

Was für ein schönes Hoffnungszeichen für die Ferien !!!

Jedes Gebet ist ein Samenkorn, das in den Boden gelegt wird. Es verschwindet für eine gewisse Zeit, aber irgendwann bringt es Frucht, durch die die nächsten Generationen gesegnet werden.
Gottes Wort kehrt niemals ohne Frucht zurück (vgl. Jesaja 55,11)
und auch unsere Gebete tun das nicht, wenn wir nach Gottes Wort und Willen beten.
Der Herr wacht über sein Wort, um es zu seiner Zeit auszuführen. (vgl. Jeremia 1,12)

Im Gebet können wir Menschen „anreichern“ mit Segen und es kommt der Zeitpunkt,
wo die „Kritische Masse“ erreicht wird und es geschieht eine geistliche Kettenreaktion …

 

Göttlicher Fahrradengel :-)

Das Grundmuster unseres westlichen Lebensstils ist die Leistungsorientierung.
Wir fühlen uns nur dann gut, wertvoll und bestätigt, wenn wir etwas können, erfolgreich sind, etwas geschafft, etwas „abgehakt“ haben.
Nicht wenige bedürfen einer schweren gesundheitlichen Krise, einer Erschöpfungsdepression oder familiäres Scheitern, um zu erkennen, dass sie zu Getriebenen zu Götzendienern ihrer eigenen Werke geworden sind.
Eigentlich sollte ich es schon tief verinnerlicht haben:
Ich suche nicht die Bestätigung meiner Gotteskindschaft, indem ich versuche aus mir heraus etwas Großartiges zu vollbringen, sondern ich bin berufen in den individuellen auf meine Gaben und Umstände perfekt abgestimmten Werken zu wandeln, die Gott für mich in seiner Weisheit und Liebe vorbereitet hat. (vgl. Eph. 2,10)
Ich brauche nur genau den Guten Lauf zu laufen, den er für mich vorgesehen hat.
(vgl. 2.Tim 4,7)
Unsere eigenen Wege und Werke erzeugen meistens nur Stress, Erschöpfung, Chaos, …
Das Wichtigste ist, Gottes „just in time“ vorbereiteten Werke zu erkennen,
den Laufweg im Dschungel des Alltags zu finden und Gott weiß am besten, welches Tempo für meinen persönlichen Marathon gut für mich ist …

Das geht aber nur in einer ganz engen Beziehung, wenn ich mich sozusagen bewusst permanent an IHN den Weinstock hänge.

Letzten Dienstag fuhr ich mit meinem MB in die Schule.
Ich war im inneren Dialog mit meinem besten Freund, dem HLG.
Ich haderte mit ihm, warum ich auf bestimmte Gebetsanliegen – das RG betreffend – schon so lange warten muss:
„Ja Herr ich weiß, dass du den perfekten Zeitpunkt kennst, aber es fällt mir trotzdem so schwer zu warten, weiterzubeten und darauf zu vertrauen …“
Da erteilte mir der HLG eine eindrucksvolle Lektion in Sachen Göttlichen Timings:
Ich beobachtete von Weitem vor mir auf meinem Fahrradweg ein junges streitendes Pärchen. Ich fuhr mit ca. 25 km/h genau auf sie zu.
„Herr, was hast du da vor, was soll ich tun.“
Er schimpfte wild gestikulierend auf sie ein, sie war völlig aufgelöst.
Er wandte sich von ihr ab und lies sie stehen, drehte sich aber  noch mal um und ging auf sie zu, bereit zum nächsten Akt des Streites. …
Sie hatten mich bisher überhaupt nicht wahrgenommen.
Genau In dem Moment, als er wieder zum Schimpfen ausholte, und sie sich in einer provozierenden Abwehrhaltung aufgebaut hatte, fuhr ich an den beiden vorbei.
Ich hatte nur  ein Zeitfenster von zwei, höchstens drei Sekunden
und Ich hörte mich laut und auffordernd drei Worte sagen:
„Versöhnt euch wieder!“
Dann war ich auch schon an ihnen vorbeigefahren.
20 Meter weiter drehte ich mich noch mal nach den beiden um und bemerkte,
wie sie verdutzt, sprachlos, ertappt und dankbar lächelnd hinter mir her sahen …

Ich deutete lächelnd mit meinem Zeigefinger In den Himmel und war mir in dem Moment sicher, dass sie glaubten einem göttlichen Fahrradengel begegnet zu sein :-)))

Für mich war diese Begegnung auch eine direkte Antwort auf die Fragen im Zwiegespräch mit dem HLG einige Minuten zuvor.
Ich war auf die Sekunde genau im richtigen Moment an der richtigen Stelle, erkannte die göttliche Gelegenheit und sprach die richtigen drei Worte.
Das heißt es in den guten Werken zu wandeln, die er vorbereitet hatte,
und zwar auf die Sekunde genau.
„Hartmut, vertraust du mir bitte, dass ich in den anderen noch offenen Fragen auch den perfekten Zeitpunkt kenne!“

Dankbar fuhr ich meinen Weg mit Freuden weiter :-)

Kleine Ursache – große Wirkung

10.7.2016 Finale der Fußball-EM: Frankreich gegen Portugal
In der 92. Minute hatte der für Giroud eingewechselte André-Pierre Gignac die Entscheidung auf dem Fuß. Aber der Angreifer schoss den Ball aus kurzer Distanz gegen den rechten Innenpfosten des portugiesischen Tores.
In der Folge gewann Portugal in der Verlängerung und wurde erstmals Europameister.
Nur EIN Zentimeter weiter rechts und 60 Mio Franzosen hätten ihre Helden bejubelt,
statt dessen feierten 10 Mio Portugiesen einen historischen Triumph …

Im Sport entscheidet manchmal nur eine Winzigkeit zwischen Sieg oder Niederlage, zwischen Heldentum oder bodenloser Niedergeschlagenheit.
EIN Zentimeter kann den Unterschied ausmachen!

Ist es im wirklichen Leben nicht auch so,
dass manchmal nur ein kleines falsches oder richtiges Wort,
eine kleine Unachtsamkeit oder Aufmerksamkeit,

sehr große Auswirkungen in beide Richtungen haben kann?

Gebet kann diesen kleinen aber entscheidenen Unterschied ausmachen,
ob sich eine Situation in die eine oder andere Richtung dreht …

Im Gebet hat Gott dem Menschen Verantwortung und Würde gegeben, Ursache zu sein.
Im Gebet eröffnet sich ein Raum, der Gott zu handeln erlaubt, ohne die menschliche Freiheit zu verletzen.

Denke nicht: „Was kann mein kleines Gebet schon bewirken?“
DEIN Gebet kann den Unterschied machen!
ob geistlicher Sieg oder Niederlage
ob Versklavung oder Befreiung
ob Versöhnung oder Streit
ob Heilung oder Krankheit
ob Fruchtbarkeit oder Dürre
ob Segen oder Fluch
ob Rettung oder Verlorenheit

Göttliche Suchaktion

Wenn in einem Dorf drei kleine Kinder nach einer Wetterkatastrophe vermisst würden
und sie sich wahrscheinlich in einer lebensgefährlichen Lage befinden würden,
wäre es da nicht das Gebot der Stunde, dass sich das ganze Dorf aufmacht, um die vermissten Kinder zu suchen? Wäre es da wichtig, dass D gegen Frankreich ein Halbfinale im Fußball spielt?
Stell dir vor es wären deine Kinder!
Und würde man sich mit einem gefundenen verletzten Kind zufrieden geben und dieses Eine so sehr umsorgen und versorgen, dass darüber die anderen noch verlorenen Kinder vergessen würden?
Würden die Eltern – bei aller Freude über das eine wiedergefundene Kind – nicht alle Hebel in Bewegung setzen, nach den anderen noch Verlorenen weiterzusuchen?

 

Wenn ich weiß,
wie allmächtig und heilig, wunderbar, einzigartig (… mir fehlen die passenden Worte)
der Gott der Bibel ist, der sich uns in Jesus Christus offenbart hat …

Wenn ich weiß,
wie sehr dieser wunderbare, verehrenswerte, liebenswerte (… mir fehlen schon wieder die passenden Worte) Gott jeden einzelnen Menschen liebt und unter der Verlorenheit seiner geliebten Kinder leidet …

Wenn ich weiß,
dass Rettung für jeden möglich und gar nicht schwer ist (vgl. Röm 10,13)

Und auf der anderen Seite,
wenn ich weiß,
dass Menschen ohne die Gerechtigkeit Gottes = Jesus Christus (vgl. Röm 10, 1-4)
auf Ewigkeit verloren gehen, diese wunderbare ewige Gemeinschaft mit diesem einzigartigen Gott auf Ewigkeit verpassen …

Wenn ich das alles weiß,
kann ich dann anders handeln, als mir von höchster Stelle Hilfe und Weisheit zu erflehen
(z.B. nach Mitarbeitern für diese große Rettungsaktion nach Mt 9,36-38)
und mich dann mit diesen Mitarbeitern und zusammen mit dem Heiligen Geist aufzumachen, um mit IHM zu suchen, was noch verloren ist?
Nicht planlos und kopflos mit gut gemeinten Einzelaktionen,
sondern in einer gemeinsamen, gut durchdachten und strategisch geplanten
groß angelegten nachhaltigen Suchaktion, in der die beschränkten Ressourcen möglichst effizient eingesetzt werden …

Wenn du das alles bejahst,
dann laden wir dich ein, bei LET mitzumachen: Einer großen Rettungsaktion Gottes für die Kinder und Jugendlichen in Deutschland, die ganz egal, ob leicht oder grob fahrlässig unwissend sind und gottvergessen vor sich hinleben und dringend Einen wie dich brauchen, den diese Verlorenheit berührt und der sich traut ihnen die Wahrheit in Liebe authentisch vorzuleben und demütig darauf hinzuweisen …
–) Segenskette

Wer etwas so Wichtiges weiß,
der ist selber so ungemein wichtig und hat eine große Verantwortung!!!

Das Spiel mit den Minuten

Am 30.1.1930 startete Frank Laubach ein Experiment, das er „Das Spiel mit den Minuten“ nannte. Er war unzufrieden, dass er so wenig Vertrautheit mit Gott empfand und er beschloss, etwas dagegen zu unternehmen.
Laubach dachte über eine Frage nach, die die Grundlage seines Gebetsexperiments bildete: „Können wir ständig mit Gott in Kontakt sein?“ Können wir beten ohne Unterlass?
Laubach entlarvte zunächst die falschen Prinzipien, die man ihm über das Gebet beigebracht hatte:
Gebet ist nichts, was wir mit geschlossenen Augen tun müssen.
Gebete muss nicht mit „Lieber Herr Jesus“ anfangen und mit „Amen“ enden.
Genau genommen brauchen wir gar keine Worte zu machen …
Laubach beschrieb das „Spiel mir den Minuten“ folgendermaßen:
„Wir versuchen, jede Minute mindestens eine Sekunde lang bewusst an Gott zu denken, oder uns seine Gegenwart bewusst zu werden. Wir müssen dafür andere Dinge nicht vernachlässigen oder unsere Arbeit unterbrechen, doch wir laden ihn ein, an allem teilzuhaben, was wir sagen, denken oder tun …“

Sechs Monate nach Beginn seines Experiments schrieb er in sein Gebetstagebuch:
„Letzten Montag war der rundherum erfolgreichste Tag meines bisherigen Lebens, was die vollständigen ununterbrochene Auslieferung meines Tages an Gott betrifft …
Einen Tag lang spürte ich ein wenig von jener wunderbaren Anziehungskraft, die Jesus hatte, wenn er Tag für Tag „Trunken von Gott“ und strahlend durch das fortwährende Gespräch seiner Seele mit Gott die Straße entlangging.“

Ein solches Gebetsexperiment kann deinen Alltag verwandeln.

Vgl. Mark Batterson in „Kreiszieher“ S.192f