Worte, die Leben verändern

Ein kleines Mädchen hatte von Geburt an eine Lippenspalte.
Sie sah komisch aus, wenn sie lachte, und sie wurde von ihren Mitschülern ausgegrenzt.
Als sie in die zweite Klasse kam, wollte niemand mit ihr spielen, weil sie so anders aussah.
Sie zog sich zurück und wurde zur Außenseiterin, gemieden und ausgelacht von den anderen Schülern.
Eines Tages gab es in der Schule einen Hörtest.
Der Lehrer forderte seine Schüler, einer nach dem anderen, auf, alleine nach vorne zu ihm vor das Lehrerpult zu stehen. Dann flüsterte er leise einen Satz und der Schüler musste ihn laut vor der ganzen Klasse wiederholen. Er flüsterte Sätze wie: „Der Himmel ist blau“ oder „Draußen ist eine Katze“ oder „Heute ist Donnerstag.“
Da kam das kleine Mädchen mit der gespaltenen Lippe an die Reihe. Nervös trat sie nach vorne ans Lehrerpult, und nach konzentriertem Zuhören wiederholte sie den Satz des Lehrers. Sie sagte zu ihrem eigenen Erstaunen vor der ganzen Klasse laut und deutlich:
„Ich wünschte mir, ich hätte eine Tochter wie dich!“
In dem Moment, als das Mädchen diesen einen ermutigenden Satz des Lehrers laut und deutlich aussprach, berührten die Worte ihr Herz. Eine heilsame Kraft goss sich in ihr junges Herz aus. Ihr Selbstvertrauen wurde wie durch ein Wunder wieder hergestellt;
es wurde von der Klasse wieder beachtet und hatte bald wieder einige Freunde.
Jahre später, als junge schöne Frau, sagte sie:
„Dieser eine ermutigende Satz meines Lehrers war der Wendepunkt meines Lebens.“

Drei Vögel im Käfig

Eines Sonntagmorgens an Ostern nahm ein Pfarrer einen rostigen, verbogenen, alten Vogelkäfig mit in die Kirche und stellte ihn neben die Kanzel.
Er fing an zu erzählen:
“Gestern, als ich durch die Stadt lief, sah ich einen Jungen, wie er mir mit diesem Käfig schwingend entgegen kam. Am Boden des Käfigs waren drei kleine wilde Vögel, die vor Kälte und Angst zitterten. Ich hielt den Burschen an und fragte, “Was hast du da, mein Junge?“

“Nur ein paar hässliche Vögel“, war die Antwort.
“Was wirst du mit ihnen tun?“ fragte ich ihn.
“Ich nehme sie mit nach Hause und habe Spaß mit ihnen, “ antwortete er. “Ich werde sie ärgern und ihre Federn ’rausziehen, um sie zum Kämpfen zu bringen. Ich werde mir eine wirklich gute Zeit mit ihnen machen.“
“Aber früher oder später wirst du die Vögel satt haben. Was wirst du machen?“
“Ich habe einige Katzen besorgt, “ sagte der kleine Junge. “Die mögen Vögel. Ich werde sie ihnen geben.“ Der Pfarrer war für einen Moment still.
“Wie viel möchtest du für diese Vögel haben, mein Sohn?“
“Huh?? Warum? Sie wollen diese Vögel nicht haben. Sie sind nur einfache, alte Wildvögel. Sie singen nicht. Sie sind nicht einmal schön!“
“Wie viel?“ fragte der Pfarrer ein zweites Mal. Der Junge schaute an dem Pfarrer hinauf,
als wäre er verrückt und sagte, “50 Euro?“
Der Pfarrer griff in seine Tasche und holte einen 50-EUR-Schein hinaus. Er legte ihn in die Hand des Jungen.
Wie ein Blitz verschwand der Junge.
Der Pfarrer hob den Käfig auf und trug ihn vorsichtig bis zum Ende der Gasse, wo sich ein Baum auf einer Grasfläche befand. Als er den Käfig abstellte, öffnete er das Törchen und mit einem leichten Klopfen auf die Stangen entließ er sie ins Freie.
Nun, das erklärte den leeren Käfig auf der Kanzel und dann erzählte der Pfarrer noch eine weitere Geschichte:

Eines Tages unterhielten sich Jesus und Satan. Satan kam gerade aus dem Garten Eden und er prahlte schadenfroh.
“Ja, mein Herr, ich habe gerade die Welt und die Leute auf ihr dort unten gefangen genommen. Ich habe eine Falle aufgestellt, einen Köder benutzt, von dem ich wusste, dass sie ihm nicht widerstehen können. Ich habe sie alle gekriegt!“
“Was wirst du mit ihnen machen?“ fragte Jesus.
Satan antwortete:“Oh, ich werde Spaß haben! Ich werde ihnen beibringen wie man heiratet und sich danach scheiden lässt, wie man sich gegenseitig hasst und misshandelt, wie man säuft, kifft, betrügt und flucht. Außerdem werde ich ihnen zeigen, wie man Waffen und Bomben erfindet und sich gegenseitig umbringt. Das wird sehr viel Spaß machen!“
“Und was wirst du machen, wenn du mit ihnen fertig bist?“ fragte Jesus.
“Oh, dann werde ich sie töten, “ erwiderte er stolz.

“Wie viel möchtest du für sie haben?“ fragte Jesus.
“Oh, diese Menschen möchtest du nicht haben. Die sind nicht gut. Warum willst du sie nehmen, wenn sie dich noch nur hassen werden. Sie werden dich anspucken, dich verfluchen und töten.
Diese Menschen willst du nicht haben!!“
“Wie viel?“ fragte Jesus noch einmal.
Satan schaute Jesus an und grinste höhnisch, “All dein Blut, all deine Tränen und dein Leben.“

Im Johannesevangelium heißt es:
Jesus rief am Kreuz kurz bevor er starb: „telestai“ d.h. es ist vollbracht, es ist bezahlt.
Dann starb er.

Der Pfarrer nahm den Käfig hoch, öffnete das Törchen und ging von der Kanzel.

Jesus sagte über sich: “Gott hat mich gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen, zu verkündigen, das Gnadenjahr des Herrn.“
Lukas 4,18+19

Gottes Schätze in irdenen Gefäßen

„Wir haben diesen Schatz  (des Evangeliums nur)  in irdenen Gefäßen,
auf dass die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns.2. Kor 4,7

Irdene Gefäße, nichts Besonderes!  Das Alltagsgeschirr – billig und zerbrechlich.
Und genau da hinein legt Gott seine Schätze:
Jesus, das Evangelium, den Heiligen Geist, die Gaben, unsere Berufung, …
Gottes Schätze in irdenen Gefäßen!

Prof. Michael Herbst erklärte diesen Vers auf dem Willow Creek Kongress im Februar 18, indem er den Zuhörern ein Stück japanischer Kunst vor Augen stellte:
Kintsugi = d.h. soviel wie mit Gold flicken.
Es ist eine alte japanische Technik, zerbrochene Gefäße zu reparieren.
Man nimmt die Scherben man fügt sie neu zusammen, man lackiert sie und füllt die Lücken mir einer Kittmasse, in die Goldstaub eingestreut ist.
Dabei entsteht ein besonderer Effekt:
Ein zerbrochenes Gefäß aber nicht weggeworfen, neu zusammengesetzt.
Man sieht zugleich den Riss und das Gold – das Zerbrochene und das Kostbare.

Das sind wir als Nachfolger Jesu!
Irdene Gefäße mit einem kostbaren Schatz, zerbrochen aber nicht weggeworfen, behutsam in die Hand genommen und neu zusammengesetzt.
Man sieht die Risse, aber in den Rissen zeigt sich das Gold.
Man sieht unsere Unvollkommenheit, die Wunden, die uns das Leben zugefügt hat,
unser Versäumen, unsere Trägheit, unser Versagen  …

Aber Christus hält mich und mein Leben zusammen
und es leuchtet in meinem irdenen Gefäß golden.

Lebendiges, mündiges Christsein heißt genau das:
Christus hält mich zusammen, darum folge ich ihm, wohin er mich ruft:
In seinem Wort in die Stille und dann in meinen Dienst zu den Menschen.

Mündiges Christsein im Beruf – Teil 2

Was heißt es, ein christlicher Lehrer zu sein?
Was bedeutet es, Jesus in der Schule nachzufolgen?
Wo habe wir die Möglichkeit mit Gleichgesinnten darüber nachzudenken, auszutauschen, Problemfelder durchzubuchstabieren, Gott um Weisheit und Rat zu bitten … ?

!!! Lehrer-Ermutigungs-Treffen !!!

Erzieher, Lehrer,treffen sich in ihrer Gegend regelmäßig und ermutigen sich darin, Jesus im Beruf nachzufolgen, schärfen ihre Vision (Sprüche 29,18)
tauschen sich aus und erbitten sich Weisheit (1.Kor. 1,30), wunderbaren Rat (Jes 9,5), …

Ort: zweitrangig
Motivation: Ermutigung, Inspiration, Vision, Freude an der Gemeinschaft, …

Bsp. für Themen:
Was hat Jesus (mit mir) vor an meiner Schule?
Die erste Stunde des Tages gehört Jesus – Erfahrungen …
Wie werde ich ein besserer „Lebenslehrer“ (nicht nur Mathelehrer …)?
Wie kann ich christliche Werte vorleben und vermitteln?
Ideen für geistliche Impulse – „Werkzeugkasten“
Wie kann ich ein soziale Projekt starten?
Was für ein Deputat würde Jesus mir an meiner Stelle empfehlen?
Staatliche oder Christliche Schule?
Soll ich eine Führungsposition anstreben?
Umgang mit schwierigen Kollegen/Schülern?
Bestätigung/Erneuerung der eigenen Vision und Berufung
Gebet für offene Türen und Weisheit das Wort individuell weiterzusagen (vgl. Kol. 4,2-6)

Unsere Vision ist es, dass Lehrer nicht mehr länger Einzelkämpfer sind,
sondern sich ein LehrerErmutigungsTreffen erbitten, suchen,
oder mit einer zweiten Person in ihrer Umgebung starten
und andere dazu einladen.

Mündiges Christsein im Beruf – Teil 1

Wie oft ist unsere tägliche Arbeit im Beruf eigentlich Thema in der Kirche?
Wie oft kommt das Thema in Predigten oder in Hauskreisen vor?
Wie oft reden wir über die Frage, ob und wie wir Jesus in unserem Berufsalltag begegnen, über ihn reden, ihm dienen, von ihm geleitet oder von ihm weggezogen werden?
Wann wurde zuletzt gebetet für die „richtige“ Besetzung der freien Leitungsstelle der Kita, dass Gott uns in der Schule eine offene Tür des Wortes auftut oder wir wissen, wie wir jedem einzelnen antworten oder individuell fördern können … (vgl. Kol. 4,2-6)

Mündiges Leben mit Gott findet entweder im Beruf statt – oder es findet gar nicht statt!

Tief im Herzen haben wir immer noch die falsche Vorstellung:
Das was wir sonntags in der Kirche tun oder unter der Woche ehrenamtlich für die Gemeinde tun, das ist Gottesdienst. Und mit dem Beruf, da verdienen wir halt notgedrungen unseren Unterhalt. Da können wir vielleicht andere zum Gottesdienst einladen oder viel Geld verdienen, das wir dann spenden. Aber das was wir da jeden Tag tun, ist für sich selbst kein Dienst für Gott…
Doch das ist falsch! Unser Beruf ist Gottesdienst!!!

Michael Herbst verdeutlicht das an einem Bsp. aus dem Autosport:
Der Gottesdienst ist der Boxenstopp, wo wir neue Reifen bekommen und aufgetankt werden und dann möglichst schnell wieder zurück auf die Rennstrecke geschickt werden.
Und dann machen wir unser Rennen im Beruf, Runde für Runde.
Der Sinn des Rennautos ist nicht der Boxenstopp, sondern ein siegreiches Rennen.
(vgl. Michael Herbst in „Lebendig! Vom Geheimnis mündigen Christseins“)

Teil 2:  Nächsten Mittwoch