Mündiges Christsein im Beruf – Teil 2

Was heißt es, ein christlicher Lehrer zu sein?
Was bedeutet es, Jesus in der Schule nachzufolgen?
Wo habe wir die Möglichkeit mit Gleichgesinnten darüber nachzudenken, auszutauschen, Problemfelder durchzubuchstabieren, Gott um Weisheit und Rat zu bitten … ?

!!! Lehrer-Ermutigungs-Treffen !!!

Erzieher, Lehrer,treffen sich in ihrer Gegend regelmäßig und ermutigen sich darin, Jesus im Beruf nachzufolgen, schärfen ihre Vision (Sprüche 29,18)
tauschen sich aus und erbitten sich Weisheit (1.Kor. 1,30), wunderbaren Rat (Jes 9,5), …

Ort: zweitrangig
Motivation: Ermutigung, Inspiration, Vision, Freude an der Gemeinschaft, …

Bsp. für Themen:
Was hat Jesus (mit mir) vor an meiner Schule?
Die erste Stunde des Tages gehört Jesus – Erfahrungen …
Wie werde ich ein besserer „Lebenslehrer“ (nicht nur Mathelehrer …)?
Wie kann ich christliche Werte vorleben und vermitteln?
Ideen für geistliche Impulse – „Werkzeugkasten“
Wie kann ich ein soziale Projekt starten?
Was für ein Deputat würde Jesus mir an meiner Stelle empfehlen?
Staatliche oder Christliche Schule?
Soll ich eine Führungsposition anstreben?
Umgang mit schwierigen Kollegen/Schülern?
Bestätigung/Erneuerung der eigenen Vision und Berufung
Gebet für offene Türen und Weisheit das Wort individuell weiterzusagen (vgl. Kol. 4,2-6)

Unsere Vision ist es, dass Lehrer nicht mehr länger Einzelkämpfer sind,
sondern sich ein LehrerErmutigungsTreffen erbitten, suchen,
oder mit einer zweiten Person in ihrer Umgebung starten
und andere dazu einladen.

Mündiges Christsein im Beruf – Teil 1

Wie oft ist unsere tägliche Arbeit im Beruf eigentlich Thema in der Kirche?
Wie oft kommt das Thema in Predigten oder in Hauskreisen vor?
Wie oft reden wir über die Frage, ob und wie wir Jesus in unserem Berufsalltag begegnen, über ihn reden, ihm dienen, von ihm geleitet oder von ihm weggezogen werden?
Wann wurde zuletzt gebetet für die „richtige“ Besetzung der freien Leitungsstelle der Kita, dass Gott uns in der Schule eine offene Tür des Wortes auftut oder wir wissen, wie wir jedem einzelnen antworten oder individuell fördern können … (vgl. Kol. 4,2-6)

Mündiges Leben mit Gott findet entweder im Beruf statt – oder es findet gar nicht statt!

Tief im Herzen haben wir immer noch die falsche Vorstellung:
Das was wir sonntags in der Kirche tun oder unter der Woche ehrenamtlich für die Gemeinde tun, das ist Gottesdienst. Und mit dem Beruf, da verdienen wir halt notgedrungen unseren Unterhalt. Da können wir vielleicht andere zum Gottesdienst einladen oder viel Geld verdienen, das wir dann spenden. Aber das was wir da jeden Tag tun, ist für sich selbst kein Dienst für Gott…
Doch das ist falsch! Unser Beruf ist Gottesdienst!!!

Michael Herbst verdeutlicht das an einem Bsp. aus dem Autosport:
Der Gottesdienst ist der Boxenstopp, wo wir neue Reifen bekommen und aufgetankt werden und dann möglichst schnell wieder zurück auf die Rennstrecke geschickt werden.
Und dann machen wir unser Rennen im Beruf, Runde für Runde.
Der Sinn des Rennautos ist nicht der Boxenstopp, sondern ein siegreiches Rennen.
(vgl. Michael Herbst in „Lebendig! Vom Geheimnis mündigen Christseins“)

Teil 2:  Nächsten Mittwoch

…schwieriger, als auf dem Wasser zu gehen

Lernen auf Jesu Stimme zu hören, ist die Grundvoraussetzung der Nachfolge!
vgl. Römer 8,14
Ein Mangel an Rückzug und Stille hindert uns, Gottes liebevolle Stimme zu hören.
Es ist oft die Ursache von innerer Erschöpfung und Visionslosigkeit.
Je ausgefüllter und aktiver unser Alltag ist, desto wichtiger werden regelmäßige Rückzugszeiten für uns.

Jesus zog sich oft allein zurück, suchte Anweisungen für wichtige Entscheidungen oder einfach die liebevolle Nähe seines Vaters.
Obwohl Jesu in einigen Momenten auch übernatürlich gestärkt wird, weiß er seine eigenen körperlichen und mentalen Grenzen und die seiner Freunde zu schützen.
(Im Moment gönnt der Herr mir durch einen ansteckenden Erkältungsvirus nach den letzten anstrengenden LET-Treffen und Kongressen eine kleine erholsame und segensreiche Auszeit 🙂 )

Jesu Impuls zum Rückzug geschieht oft in Erfolgssituationen und macht deutlich, dass ihm der Wille seines Vaters und die Nähe zu ihm wichtiger ist als sein „Erfolg“.
Er ist und bleibt von seinem Vater abhängig und das ist der Schlüssel seiner Vollmacht.

Was in den Zeiten ganz allein mit seinem Vater geschieht, bleibt im Verborgenen.
Wir sehen aber, dass er danach mutige, zielsichere Entscheidungen trifft und gestärkt ist.

Die Rückzugspläne für Jesus und seine Nachfolger sind angefochten und gestalten sich mitunter sogar … schwieriger, als auf dem Wasser zu gehen!

Lehrerforum bei Willow Creek in Dortmund

Es waren ca. 300 LehrerInnen anwesend, die – trotz dem sehr vollen und wertvollen Kongress-Programms – ihre Mittagspause opferten und dabei sein wollten.
Es war eine erwartungsvolle Atmosphäre und die Leute waren sehr ermutigt.
Knapp die Hälfte der Teilnehmer hinterließen ihre Adresse auf dem Kontaktformular mit dem Wunsch nach Vernetzung und Gebet mit Gleichgesinnten.
Wir sind alle sehr gespannt, wie es weitergeht.
Wir hoffen, dass die Verantwortlichen von Willow Creek die Lehrer auch als für die Gesellschaft wichtige Führungskräfte anerkennen, und dass die Lehrer bei zukünftigen Kongressen nicht nur eine Pause, sondern einen eigenen Programmpunkt bekommen …

Hier noch das Feedback einer Teilnehmerin:
„Das LehrerErmutigungsTreffen war für mich das Highlight des Willow-Creek-Kongresses. Es hat mich tief bewegt. Bei uns im Kollegium ist viel Missstand, Konkurrenzdenken, Cliquenwirtschaft … und die eigenen Klassen fordern natürlich auch. Manchmal sieht man nur noch die Klasse als Ganzes vor sich und verliert das einzelne Kind aus dem Blick …
Ich dachte mir, was sich alles ändern könnte, wenn da so eine kleine Keimzelle wäre,
die einfach nur betet – füreinander, für die Schüler, für die Schulleitung, für mehr Kraft und mehr Liebe …

Gestern habe ich mir gleich ein Herz gefasst und eine Kollegin darauf angesprochen…
Sie hat sofort zugesagt. Eine gemeinsame Freistunde haben wir auch schon gefunden …“

Nachtrag zum 20. LET am 3.2.18

Danke für das LET am 3.2.18, auch wenn das gemeinsame Treffen nur einmal im Jahr stattfindet, empfinde ich es doch als große Ermutigung; es tut enorm gut, zu wissen, Teil eines Ganzen zu sein, eine gemeinsame Vison zu haben, auch wenn jeder an einem anderen Platz steht.

In der Regel treffen wir uns mit dem Lehrergebetskreis vor Ort in der Schulzeit etwa alle vier Wochen. Dieser Termin ist mir immer sehr wichtig. Habe ich doch schon oft erlebt, dass es keine Stunde ist, die ich noch irgendwo abzwacken muss oder einfach ein weiteres „to do“, sondern, eine Stunde, die mir etwas gibt, die wichtig ist, die Kraft gibt, Ausrichtung, Einswerden im Gebet…. Uns mit dem, was uns beschäftigt, die Kinder, aber auch Situationen, die uns Sorgen machen gemeinsam zur richtigen Adresse bringen:
vor SEINEN Thron.

Meine Stille Zeit am Morgen ist mir schon lange wichtig und die Zeit vor Seinem Thron hilft mir immer wieder gestärkt und ermutigt in den Tag zu gehen; meine – wenn auch kurzeJ- Fahrradstrecke ist oft noch mal Zeit zum Lobpreis und Gebet…
Und doch musste ich immer wieder feststellen, dass im Hochbetrieb des Schulalltags mit Ganztagesbetrieb diese Kraftreserve oft viel zu schnell aufgebraucht war…
Ermutigt durch Seelsorgetage habe ich vor einiger Zeit angefangen, mir ganz bewusst in der Mittagszeit ( in der Freistunde oder nach dem Unterricht, bevor ich ans Kopieren, korrigieren etc. gehe) eine Auszeit mit IHM zu nehmen. Oft singe ich einfach ein paar Lobpreislieder im Klassenzimmer (manchmal ist es auch  einfach nur ein kurzes Dösen, zur Ruhe kommen in seiner bewussten Gegenwart, oder ein kurzer Gang an die Sonne… )
um mich wieder neu auf IHN auszurichten und mich in IHM zu verorten.
Und ich will an dieser Zeit festhalten und mich immer wieder dazu zurückkehren, denn sie ist natürlich auch umkämpft.

Ab und zu, noch zu selten – aber hoffentlich immer öfter – bin ich freitags nach Schulschluss (an diesem Tag ist kein Ganztag und deshalb kehrt dann Ruhe im Schulhaus ein) noch im Klassenzimmer und packe mein Salböl aus, gehe kurz von Stuhl zu Stuhl und segne  jedes einzelne Kind in SEINEM Namen, bringe es IHM mit seinen Eigenheiten und Familiensituation und bitte IHN, es zu sich zu ziehen. Manchmal mache ich das inzwischen auch im Lehrerzimmer (wir sind ja nur ca. 13 Kollegen)…

Ich könnte nicht behaupten, dass sich – bisher – Kinder oder Kollegen bekehrt haben, oder sonstige ganz spektakulären Dinge passiert sind, aber: definitiv verändert es MICH, meine Haltung, meine Ausrichtung, meine Sicht!
Nicht immer – aber immer wieder- kann ich in z.B. in Situationen, in denen meine Erstklässler aufgedreht und unruhig sind, aus der Ruhe heraus anders reagieren – oder eben agieren, statt nur zu reagieren –  oder in Konfliktsituationen mit Kollegen oder Eltern besonnener auftreten. Und es tut einfach auch gut, das Land einzunehmen, das ER mir gibt, den Auftrag zu beten und in meinem anvertrauten Bereich zu regieren.

NICHT, DASS ICH’S SCHON ERGRIFFEN HABE ODER SCHON VOLLKOMMEN SEI; ICH JAGE IHM ABER NACH, OB ICH’S WOHL ERGREIFEN KÖNNTE, WEIL ICH VON CHRISTUS JESUS ERGRIFFEN BIN. (Phil 3,12)
Melanie