„ein krasses Erlebnis“

Lieber Hartmut,
vielen Dank für deine Weihnachtsrundmail. Deine Offenheit und Ehrlichkeit hat mir so gut getan weil ich mich in vielem wiedergefunden habe. Ja, wir leiden an dem wo wir’s trotz aller Bemühungen einfach nicht hinkriegen. Lange, viel zu lange habe ich mich nach solch einem Tag wie du ihn beschreibst, auf der Heimfahrt selber noch nieder gemacht. Inzwischen lerne ich mehr und mehr was GNADE ist, gnädig zu werden mir selbst gegenüber, gnädiger den Schüler/innen und meinen Kolleg/innen gegenüber, indem ich die Gnade die Gott mir schenkt annehme. Das tut so gut.

In den letzten Wochen hatte ich ein ganz krasses Erlebnis, das mir wieder einmal mehr unseren gnädigen und barmherzigen Gott in einem ganz neuen Licht erstrahlen ließ und seine Beziehung mit mir als kostbarsten Schatz in mein Herz gegraben hat. Nach einer niederschmetternden Diagnose durfte ich Abba Vaters Nähe so überwältigend spüren und erleben, dass ich während der ganzen Zeit im Krankenhaus nicht eine Sekunde in Sorgen versunken bin. Es hat sich angefühlt wie wenn ER mich in Watte gepackt hat und ich war so im Frieden und ganz tief geborgen, dass unser guter Gott mich sogar noch als Ermutigerin für meine Zimmernachbarin gebrauchen konnte. Und zuletzt hat der allmächtige Gott dem ich gehöre, zum ersten Wunder noch ein Heilungswunder dazugetan. Die Tumore konnten weder bildgebend dargestellt, noch mehr getastet werden. Die Ärzte konnten sich das überhaupt nicht erklären. Ich konnte es zunächst auch kaum glauben, aber so langsam sickert’s durch, Gott hat an mir ein Wunder getan und Wunder sind nun mal nicht erklärbar.

Ich will diese Erfahrung dankbar bewahren und dieses kostbare Erleben vom SEIN IN IHM mitnehmen, erlebe mein Leben nochmal neu als geschenkt und damit will ich nächste Woche auch wieder in die Schule gehen, in diesem wunderbaren Gott sein und ER in mir, so dass ER mit mir Menschen begegnen kann. Dann zählt nicht so sehr was ich tue, sondern was ER in mir ist und ich in IHM und wie ER dann Menschen begegnet und berührt ist Seine Sache. Aber ich darf dabei sein.

Diese fröhliche Gelassenheit, Geborgenheit und Gewissheit wünsche ich uns allen, auch dir in all deinen schulischen und sonstigen Herausforderungen.

Gott mit dir und liebe Grüße
Annebärbel

„Was seid ihr eigentlich für Christen?“

Ein Kollege schreibt:
Neulich nahmen einige Schüler der Ethikgruppe, muslimische und nicht getaufte Jugendliche, an meinem Religionsunterricht teil.
„Wie feiert ihr Weihnachten?“, wollte ich von den Jugendlichen wissen.
Zunächst erfuhr ich nicht viel Neues: Als Familienfest, mit Geschenken und gutem Essen. Manche fahren in Urlaub.
„Und wer geht an Weihnachten zum Gottesdienst?“
Lediglich drei meiner katholischen Schüler heben die Hand.

Da meldet sich ein muslimischer Schüler und fragt seine katholischen Mitschüler ganz direkt: „Was seid ihr eigentliche für Christen, wenn ihr eure religiösen Feste nicht mehr als solche feiert? Ich bin auch nicht besonders gläubig und gehe nicht jeden Freitag in die Moschee, aber man muss doch seine religiösen Feste als solche feiern!“

Nach kurzem betroffenem Schweigen platzt eine Schülerin heraus:
„Was können wir denn dafür, wenn uns niemand sagt und zeigt, was Weihnachten wirklich bedeutet?“

Göttliches Poesiealbum

Laut einer Schülerbefragung im Religionsunterricht sehen nur 2 bis 4% der Jugendlichen die Heilige Schrift als ein Buch für junge, fröhliche und zufriedene Menschen an.
Für die breite Mehrheit aller Schüler ist die Bibel ein Buch für alte, kranke und einsame Menschen !!!  (Idea Spektrum 5.2015, S.13).
Ist die Bibel ein Buch für rückwärtsgewandte, fortschrittsfeindliche und engstirnige Zeitgenossen, oder ist sie ein Buch für Menschen, die die Zukunft prägen, christliche Grundwerte vermitteln und Hoffnung- und Impulsgeber im digitalen Zeitalter sind?

Die Bibel ist pädagogisch wertvoll,
weil wir in ihr die großen Zusammenhänge des Lebens entdecken,
weil sie uns die letzten und tiefsten Fragen in einem ganzheitlichen Zusammenhang stellt,
weil sie in Geschichten Charakterveränderungen und -entwicklungen beschreibt,
weil sie uns Wertegrundlagen wie Glauben, Hoffnung und Liebe gibt …

Die jüdische Gerechtigkeitsethik und die christliche Liebesethik gründen auf der Bibel,
sagt sogar der Agnostiker Habermas.
Der indische Philosoph und Theologe Visual Mangalwadi schreibt in: „Das Buch der Mitte“: „Das Bedürfnis, die Bibel lesen zu können, wurde zum Motor für die Alphabetisierung Europas.“ (S. 298).“
Man kann die moderne Bildung als Frucht der Bibel bezeichnen.“ (S. 273)

Man könnte hier noch viele Wahrheiten über die Bibel aufzählen, aber entscheidend ist nicht welche Wahrheiten du wusstest, sondern welche Wahrheiten du gelebt hast.

Die große Frage ist:
Lese ich selber in der Bibel, ernähre ich mich davon,
so dass das lebendige Wort: Jesus Christus  mich durchdringt und mein Leben verändert?

Ich lese seit 1985 fast täglich ein und dieselbe Bibel.
Sie ist mein Beziehungs-, Motivations-, Ermutigungs- und Orientierungsbuch.
Sie ist mein göttliches Poesiealbum.
Egal auf welcher Seite ich sie aufschlage, hat Gott durch die Texte persönlich zu mir geredet, was ich durch mehrfarbiges Unterstreichen und viele Anmerkungen festgehalten habe. An manchen Stellen steht sogar ein Datum.
Ich ernähre (Mt 4,4) und erbaue meine Seele täglich damit und so kommen immer weitere „Einträge“ des Heiligen Geistes hinzu …
(Wenn du wissen willst, ob die Bibel mich und mein Leben verändert hat, frage am besten meine Mutter oder meine Frau.)

Wenn meine Schüler mich fragen, warum ich an Jesus Christus glaube,
warum ich an den christlichen Grundwerten: Glaube, Liebe, Hoffnung festhalte,
dann liebe ich es, meine Bibel unter den Visualizer zu legen
in ihr zu blättern und ihnen Geschichten mit Gott aus meinem Leben zu erzählen,
um ihnen so Lust zu machen, dem Gott der Bibel selber persönlich zu begegnen.

Kreuze schmücken – einmal anders …

Als ich letzte Woche in mein Klassenzimmer kam, überraschte mich meine Klasse mit obigem „Kunstwerk“.
Sie hatten einen McDonalds Luftballon rumgedreht, so dass aus dem M ein W wurde
und das W mit meinen Namen ergänzt: Weber
Dann hatten sie den Luftballon mit dem Ende an den Längsbalken des Kreuzes gehängt.
Sie waren gespannt auf meine Reaktion …

Was für eine Steilvorlage für meinen erbetenen Adventsimpuls 🙂
Ich legte meine Bibel aufgeschlagen bei Galater 2,20 unter den Visualizer:
„Ich bin mit Christus gekreuzigt und nun lebe nicht mehr ich,
sondern Christus lebt in mir:“

Ich lobte sie: „Ihr habt diesen zentralen Vers der Bibel originell dargestellt!“
und dann ergab sich ein wunderbares Gespräch über die Bedeutung des Kreuzes, warum Gott Mensch wurde und was das alles mit ihnen zu tun hat …
Zum Schluss sagte ich:
„Ich würde mir für euch wünschen, dass am Ende auch eure Namen auf diesem Luftballon stehen würden …“

Warum Gott ein Mensch wurde …

Manuel, ein Schüler der Klasse 8b fragte in der Adventszeit seinen Lehrer:
„Warum wird Gott an Weihnachten ein Baby?“
Überrascht sah der Lehrer auf, überlegte kurz und sagte: “Ich glaube, Gott wollte den Menschen nahe sein, er wollte, dass sie ihn kennenlernen und verstehen …“

„Als Baby?“ Manuel schüttelte den Kopf. „Wenn Gott wollte, dass die Menschen ihn besser verstehen, dann hatte er sich aber keinen guten Weg ausgewählt. Was sollte da ein kleines Kind?“
Die Frage stand im Raum und auch die anderen Schüler der Klasse warteten auf die Antwort des Lehrers. Der Lehrer hatte sich inzwischen gefangen und sagt: „Ich habe da mal eine Geschichte gehört, mit der man das vielleicht etwas besser verstehen kann. Mal sehen, ob ich sie noch zusammenbekomme.“ Die Schüler blickten ihn gespannt an.

„Also, ich glaube die Geschichte ging so:
Eines Tages war der alte englische Lord mit seinem Sohn in den Wald gegangen. Sie schritten zwischen den mächtigen Bäumen hindurch. Der Lord hatte beschlossen, alle Bäume fällen zu lassen. Schon bald würde man hier das Klingen der Äxte und den Lärm der Motorsägen hören. Dieser Wald hatte seine Zeit gehabt. Alles würde neu werden.
Der Sohn war vor einem Ameisenhaufen stehen geblieben. Interessiert beobachtete er das emsige Treiben der kleinen Tierchen. Alle waren sehr beschäftigt. Einige schleppten Tannennadeln, andere Holzstückchen, die größer waren als sie selbst. Wieder andere liefen nur hin und her und man konnte nicht erkennen, was ihre Aufgabe war.
„Was wird mit ihnen passieren?“ Der Sohn sah zu seinem Vater auf.
„Auch für sie wird es ein Ende hier haben, wenn wir den Wald roden.“ „Aber das müssen wir ihnen doch sagen!“
Der Lord schaute unverständlich. „Ihnen sagen?! Wie wollen wir den Ameisen sagen, dass es mit dem Wald und mit ihrer kleinen Welt, mit ihrem Ameisenhaufen, zu Ende geht?“
„Ich weiß es!“, rief der Junge aufgeregt. Er hatte einen großen Stein entdeckt, der er aufhob und mitten in den Ameisenhaufen fallen ließ.
„Was tust du da?“, rief der Lord. „Du zerstörst ja alles!“
„Nicht alles. Ich weiß, es ist schlimm für sie. Aber ich muss sie doch irgendwie warnen vor der schrecklichen Katastrophe, die ihnen bevorsteht!“
Auf dem Ameisenhaufen war inzwischen die Hölle los. Aufgeschreckt liefen die kleinen Tierchen hin und her. Der Stein war tief in den Ameisenhaufen eingedrungen.
„Ich bin gespannt was jetzt passiert“, interessiert beobachtete der Junge die Tiere.
„Komm lass uns weitergehen“, drängte der Lord. „Auf dem Rückweg können wir hier noch mal vorbeikommen.“
Zögernd ging der Junge mit. Als die beiden nach geraumer Zeit wieder zum Ameisenhaufen kamen, hatte sich die Aufregung dort schon wieder gelegt. Von den Zerstörungen war kaum mehr was zu sehen. Der Stein war eingebettet in die Ameisenwelt. Das Ameisenleben ging wieder seinen gewohnten Gang.
„Sie haben nichts begriffen!“, rief der Junge aus. „Alles ist wie vorher!“
Er schaute nachdenklich in den Ameisenhaufen und sagte dann leise: „Wahrscheinlich müsste ich eine Ameise werden, damit sie verstehen was ich ihnen sagen will.“
Der Lord sah seinen Sohn fragend an?
„Ja, ich müsste ganz klein werden. Einer von ihnen. Müsste ihre Sprache sprechen, in ihrer Welt leben, damit ich sie retten kann.“

„Ja“, nickte der Lord „das wäre wahrscheinlich die einzige Möglichkeit. Aber ob sie dir dann glauben würden? Ob sie dir glauben würden, dass du mein Sohn bist, und ob sie glauben würden, dass du weißt, was mit dem Wald und mit ihrer kleinen Welt passieren wird?“ „Man müsste es versuchen“, sagte der Sohn.

„Ja, man müsste es versuchen“, nickte der Lord.

Der Lehrer schaute gespannt in die Runde und nach einer Weile wollte er seinem Unterricht fortsetzen.
„ich hätte es versucht“, sagte Manuel.
Der Lehrer lächelte. „Ja, Gott hat es auch versucht. Wir waren ihm nicht gleichgültig. Er hat uns etwas Wichtiges zu sagen. Er verließ den Himmel und lag eines Tages vor 2000 Jahren als Baby in der Krippe. Und“ fügte er ernst hinzu, „nur wer glaubt, dass das Kind in der Krippe Gottes Sohn ist, wird ihn verstehen und – was noch wichtiger ist – wird ihn ernst nehmen, ihm vertrauen und kann sich von ihm retten lassen.“